Kursüberschrift 1

Überschrift 1

Dichter Nebel zieht auf. Die Reihen der Engländer fest geschlossen, als sich das Stadttor öffnet und die Truppen der belagerten Stadt einen kühnen Ausfall wagen. An ihrer Spitze eine junge Frau zu Pferde und in voller Rüstung. So oder ähnlich hat es sich im Mai 1429 vor Orléans wohl zugetragen. Nürnberg, ein paar Jahrhunderte später. Nebel auch hier, doch Johannas Schwert ist nur aus Holz, der Schild ein Mülleimerdeckel, die Rüstung Kettenhaube und Schulranzen. Ihr Mut und ihre Verzweiflung aber scheinen nicht weniger tollkühn als bei ihrem historischen Vorbild, wenn sie sich, ein klappriges Kinderfahrrad reitend, in die Schlacht gegen die Engländer stürzt.

Überschrift 2

Der nun folgende Kampf ist temporeich, eine Choreographie furiosen Slapsticks, welche die vier Darsteller atemlos und mit viel Geschick aufeinder prallen läßt. Die feindlichen Katapulte speien Tischtennisbälle als Johanna einen hühnenhaften Feind attackiert, der im dicken Pelzmantel auf einem langen Besenstiel feige hinter dem Schutz eines vollen Kleiderständers auftaucht. Spielfreude, Humor, szenische Fantasie und die pure Lust am Erzählen von Geschichten ist das Markenzeichen des Nürnberger Kindertheaters Mummpitz, das zur Feier seines 30. Geburtstages den Jubiläumsgästen mit der Inszenierung „Die grandiosen Abenteuer der tapferen Johanna Holzschwert“ in der Regie von Alex Byrne einen tatsächlich grandios unterhaltsamen Abend beschert. So gerät der Geburtstag zu einer melancholisch-fröhlichen Feier mit alten Freunden und Förderern, auf die Mummpitz, das sich zu den dienstältesten freien Kindertheatern Deutschlands zählen darf, zu recht stolz sein kann.

Überschrift 3

Überhaupt ist sich das Theater Mummpitz seiner Traditionen und Anfänge bis heute sehr bewußt. Movens für die Gründung der Gruppe im Winter 1980, war der Wunsch das Thema „Umwelt“ in ein Stück für Kinder zu packen, so wie es die Vorbilder von „Grips“ und „Rote Grütze“ schon einige Jahre vormachten. Neben den politischen Strömungen der 80er Jahre diente auch das kulturelle Gesamtklima der Stadt als Geburtshelfer.

Überschrift 4

So waren die Städtischen Bühnen Nürnberg nach dem Krieg eines der ersten Theater bundesweit, die ganzjährig Inszenierungen für Kinder und Jugendliche anboten. Auch traf sich Mummpitz in einem der Kulturläden, wie sie der langjährige Kulturreferent Hermann Glaser zur niederschwelligen Kulturarbeit in den Stadtteilen modellhaft und dezentral eingerichtet hatte. Als Folge dieses breit fördernden und vorausschauenden Umgangs mit Kultur gilt Nürnberg heute als Hauptstadt des Kinder- und Jugendtheaters, wo neben Mummpitz u.a. das Theater Pfütze, Theater Salz & Pfeffer und weitere freie Gruppen überregional Aufmerksamkeit erregen. Ein feiner Effekt konsequenter Kulturförderung in einer von Strukturwandel gebeutelten Umgebung.

Überschrift 5

So sieht sich Theater Mummpitz bis heute in der Verantwortung, für die Kinderkultur in der Stadt zu kämpfen.  Die 2001 bezogene, eigene Spielstätte, „Kachelbau“ genannt, befindet sich im Stadtteil St. Leonhardt, der durch Arbeitslosigkeit und hohen Migrationsanteil geprägt ist. Beim Blick über die naheliegende Brache entdeckte das Ensemble eine Gruppe kämpfender Mädchen, schon war die Idee zu einer Adaption der Heiligen Johanna geboren. Mit Schiller im Gepäck, entwickelte das Kollektiv bei den Proben dann die Geschichte von Johanna, die versehentlich ein Fenster einwirft, sich nicht mehr nach Hause traut und sich zum Mutmachen in das Leben ihrer Namensschwester träumt.

 Überschrift 6

„Die Beschäftigung mit aktuellen Themen als Motivation für die Arbeit hat sich seit früher wenig verändert“, meint dazu die langjährige künstlerische Leiterin des Theaters Andrea Maria Erl, „nur werden die ästhetischen Mittel jetzt subtiler und vielfältiger eigesetzt.“ Wichtiger geworden sind die Beziehung und der direkte Kontakt zum Kinderpublikum,  Ansprache über Erzählerfiguren und die Verwendung von Live-Musik. „Die Erfahrung zeigt, dass Humor den Geist öffnet und sich so eine große emotionale Bandbreite beim Zuschauer erschließt.“ Mummpitz bekennt sich zur verändernden Kraft eines lustvollen Erzählens. Das bezeugen die vielen Stückentwicklungen und Eigenbearbeitungen im Repertoir.

Überschrift 5

So sieht sich Theater Mummpitz bis heute in der Verantwortung, für die Kinderkultur in der Stadt zu kämpfen.  Die 2001 bezogene, eigene Spielstätte, „Kachelbau“ genannt, befindet sich im Stadtteil St. Leonhardt, der durch Arbeitslosigkeit und hohen Migrationsanteil geprägt ist. Beim Blick über die naheliegende Brache entdeckte das Ensemble eine Gruppe kämpfender Mädchen, schon war die Idee zu einer Adaption der Heiligen Johanna geboren. Mit Schiller im Gepäck, entwickelte das Kollektiv bei den Proben dann die Geschichte von Johanna, die versehentlich ein Fenster einwirft, sich nicht mehr nach Hause traut und sich zum Mutmachen in das Leben ihrer Namensschwester träumt.

Überschrift 6

„Die Beschäftigung mit aktuellen Themen als Motivation für die Arbeit hat sich seit früher wenig verändert“, meint dazu die langjährige künstlerische Leiterin des Theaters Andrea Maria Erl, „nur werden die ästhetischen Mittel jetzt subtiler und vielfältiger eigesetzt.“ Wichtiger geworden sind die Beziehung und der direkte Kontakt zum Kinderpublikum,  Ansprache über Erzählerfiguren und die Verwendung von Live-Musik. „Die Erfahrung zeigt, dass Humor den Geist öffnet und sich so eine große emotionale Bandbreite beim Zuschauer erschließt.“ Mummpitz bekennt sich zur verändernden Kraft eines lustvollen Erzählens. Das bezeugen die vielen Stückentwicklungen und Eigenbearbeitungen im Repertoir.

„Überhaupt ist sich das Theater Mummpitz seiner Traditionen und Anfänge bis heute sehr bewusst. Movens für die Gründung der Gruppe im Winter 1980, war der Wunsch das Thema „Umwelt“ in ein Stück für Kinder zu packen, so wie es die Vorbilder von „Grips“ und „Rote Grütze“ schon einige Jahre vormachten. Neben den politischen Strömungen der 80er Jahre diente auch das kulturelle Gesamtklima der Stadt als Geburtshelfer. So waren die Städtischen Bühnen Nürnberg nach dem Krieg eines der ersten Theater bundesweit, die ganzjährig Inszenierungen für Kinder und Jugendliche anboten.“

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